Dezember 15, 2015

Digital

HiFi-Streaming für deine Lautsprecher

Wir glauben, dass die Musik, die du spielst, zu deinen Lautsprechern passen sollte. Aber wir meinen nicht die unterschiedlichen Musikrichtungen oder den speziellen Musiker – nein, wir reden von der Qualität der Musik. Wenn wir ein Paar Lautsprecher bauen, dann ist es unser Ziel, genau das wiederzugeben, was der Künstler aufnehmen wollte. Und dafür muss die Musik die geeignete Qualität haben.

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Deshalb haben wir uns mit TIDAL zusammengetan. Wenn du ein Paar digitaler Lautsprecher kaufst, bekommst du einen dreimonatigen HiFi-Testzugang dazu. So kannst du mit deinen neuen Lautsprechern Streaming in seiner besten Qualität erleben. Mit TIDAL streamst du deine Lieblings-Songs und Playlists in verlustfreier HiFi-Qualität direkt vom Abspielgerät zu deinen Lautsprechern.

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Aber warum solltest du dich überhaupt mit verlustfreiem High-Res-Audio beschäftigen? Es gibt doch schon das MP3-Format mit seiner überzeugenden Erfolgsgeschichte: Es ist einfach zu streamen und nimmt kaum Speicherplatz auf deinem Abspielgerät in Anspruch. Und am allerbesten: Es klingt großartig, oder? Wirklich?

Um all das besser zu verstehen, habe ich mich mit Pål Bråtelund zusammengesetzt, Strategic Partnership Manager bei TIDAL. Worum geht’s bei MP3, FLAC und verlustfreien Audio-Formaten?

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- Hi Pål, danke, dass Du Dir die Zeit nimmst, mit mir zu sprechen. Ich denke, die meisten Menschen kennen MP3 – aber könntest Du uns erklären, wofür MP3 eigentlich geschaffen wurde und was es heute ist?

MP3 wurde für die Überwindung eines grundlegenden Problems geschaffen: Audio-Daten über ein Einwahlmodem durch das Internet zu schicken, das damals noch in den Kinderschuhen steckte. MP3 wurde so gestaltet, dass das Hörerlebnis so nah wie möglich ans Original herankommen sollte – auf der Grundlage des psychoakustischen Wissens der frühen Neunziger Jahre.

Stell dir MP3 so vor: Du gehst in einen Möbelladen und kaufst ein großes Regal. Aber du hast nur ein kleines Auto. Statt dir ein größeres Auto zu kaufen, sägst du so viel vom Boden und von der Spitze des Regals ab, dass es in dein Auto passt. Bei so einem Audio-Format geht viel verloren. Seit damals ist die Bandbreite im Netz immer weiter gewachsen, und es ist auch schon wieder ein paar Jahre her, dass wir erstmals gestreamtes Video in Full-HD auf unseren iPads bewundern konnten. An Bandbreite herrschte lange Zeit Mangel – aber jetzt leben wir im Überfluss. Bandbreite ist für uns kein Problem mehr.

- Mit mehr Bandbreite können wir also mehr Daten übertragen – ist das der Grund, warum wir uns von MP3 langsam verabschieden?

Wir glauben, dass es unsere Aufgabe ist, die Situation zu verbessern und die Nutzer daran zu erinnern, dass wir auch ganze Regale verwenden können. Wir brauchen das Original nicht mehr solange zu zerstückeln, bis es in das alte Internet passt, das wir längst überwunden haben.

- Aber lass uns nochmal darauf zurückkommen: Wenn MP3 eine Menge der Daten und damit der Qualität entfernt – wie konnte es dann so populär werden?

MP3 wurde damals so populär, weil es fast zu gut klang, um wahr zu sein. Es versprach uns, wir könnten das gleiche Erlebnis mit nur einem Zehntel der Daten bekommen. Und das war tatsächlich zu gut, um wahr zu sein.

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- Warum

Nun, in den letzten Jahrzehnten haben wir eine große Menge darüber gelernt, wie das Hören eigentlich funktioniert. Die gute Nachricht ist, dass wir viel empfindlicher für Klang sind als wir bislang dachten. Das menschliche Gehör ist ein faszinierendes Instrument. Wir können unsere Aufmerksamkeit kontrollieren und lenken. Wir können unsere Ohren wie ein Richtmikrophon verwenden.

Jeder, der jemals auf einer langweiligen Party war, weiß das – aber irgendwie stellen wir uns unsere Ohren wie ein passives Ding vor. Und so schaffen wir Bluetooth-Lautsprecher und spielen verlustreiche Audio-Formate und denken, Musik sei als Hintergrundkulisse gedacht. Ich glaube aber, mehr und mehr Menschen wachen auf und verstehen, dass wir Musik wirklich brauchen. Sie ist für uns sehr wichtig und der Körper mag sie.

Und genau wie beim Essen wünschen wir uns Qualität. Wir wollen ansprechende Zutaten. Und auf der anderen Seite steht die Botschaft der Künstler und Audio-Ingenieure: Wir haben dieses wundervolle Kunstwerk geschaffen, wir verbrachten Wochen und Monate im Studio und jetzt willst du es nur in einer leicht verdaulichen Version hören, die dem, was wir eigentlich geschaffen haben, lediglich ähnelt.

 

 

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Aus Respekt vor der Kunst und vor den Bedürfnissen unseres Körpers beschäftigen sich immer mehr Menschen mit Klangqualität. Ich will keine Regel aufstellen, welches Format sie dann wählen sollen. Viele Menschen lieben Vinyl. Sie sagen, es klinge besser. Das ist ok. Ich glaube, es gibt viele Aspekte an Vinyl, die problematisch sind, aber es gibt den Menschen Freude an ihrer Musik – das finde ich super!

Ich persönlich denke, es ist an der Zeit, sich mit digitalen Themen zu beschäftigen und alles zu beseitigen, was an der CD falsch war. Jetzt, wo wir die Möglichkeit dazu haben. Wir können heute jede Sampling-Rate streamen, und das sollten wir nutzen. Wir sollten zurückkommen zum Original, zu dem, was im Studio geschaffen wurde – und nichts weniger.

Ich bin kein großer Fan der Begriffe „High-Res“ oder „24Bit“, denn das sind irreführende Marketing-Worthülsen für Audiophile. Es geht nicht darum, eine bestimmte Auflösung oder Sampling-Rate zu erreichen. Es geht darum, zu dem zurückzukommen, was im Studio geschaffen wurde. Musik aufzunehmen ist ein sehr pragmatischer, von Zeit und Budget abhängiger Prozess. Da spielen auch die kreativen Kräfte mit hinein, die man braucht, um Hindernisse zu überwinden oder neue Räume zu erkunden.

- Ich möchte es einfach noch besser verstehen: Was passiert genau im Prozess der Musikkomprimierung?

Wenn du eine komprimierte Version vom originalen Master-File erstellst, macht der Encoder einen ganz einfachen Job: Er rasiert Musik-Informationen ab, bis er eine spezifische Datentransport-Rate erreicht. Das ist seine einzige Aufgabe. Also beginnt er damit, beim simultanen Masking die hohen und tiefen Frequenzen abzuschneiden, und schaut dann nach der Transport-Rate. Wenn das Ziel noch nicht erreicht ist, macht er weiter und schneidet Bits vor und nach lauteren Tönen ab – das ist das so genannte temporäre Masking. Er tut so, als würden wir das nicht hören. Dann schaut er wieder nach, ob er sein Ziel schon erreicht hat, und macht weiter, wenn es noch nötig ist. So geht das immer weiter, bis 320 kbit/s oder 128 kbit/s erreicht sind oder was auch immer als Zielgröße für das Encoding definiert wurde.

 

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Interessant ist, dass damals in den Neunzigern, als MP3 und AAC erfunden wurden, eine Menge Musik noch sehr dynamisch war. Ein bisschen simultanes und temporäres Masking hier und da konnte so noch ganz anständig klingen. Viel CD-Material von klassischer Musik wird schon mit 500-700 kbit/s übertragen, da muss nicht mehr viel weggeschnitten werden. Das kann ganz gut klingen.

Aber da wir heute so ziemlich alles dynamisch komprimieren, was veröffentlicht wird – um mal ungerechterweise zu verallgemeinern –, tun sich die Encoder mit dem temporären Masking ziemlich schwer. Wenn es keine Dynamik gibt, ist es fast unmöglich, lautere Töne zu entdecken, um die herum man unauffällig wegschneiden kann. So wird stattdessen wieder weiter vom Frequenzspektrum weggeschnitten.

Beim verlustbehafteten Encoding von Musik bekommen wir also eine Menge Phasenprobleme. Wir verändern die räumliche Information und schaffen eine räumliche Erfahrung, von der wir glaubten, dass wir sie nicht hören können. Aber jetzt wissen wir, dass unser Gehirn sie sehr wohl hört. Es versucht, sie zu reparieren. Verlustbehaftete Musik zu hören, macht dich müde, weil unser Gehirn versucht, die räumliche Information, die beim Encoding zerstört wurde, wiederherzustellen.

 

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- Und wie unterscheidet sich nun verlustfreie Audio-Qualität vom verlustbehafteten, komprimierten MP3-Format?

Verlustfrei kann manchmal ein vager Ausdruck sein. Wenn du streng bist und Lust aufs Diskutieren hast: Nicht mal Luft ist verlustfrei. Sie sorgt dafür, dass Dinge klingen. Aber wir benutzen den Ausdruck auch zur Unterscheidung vom verlustbehafteten Encoding. Also lass uns den Begriff für den Klang benutzen, der die Originalaufnahme verkörpert.

Wenn du willst, kannst du CD-Qualität dabei als das Fundament betrachten, denn sehr viel Musik wird für 16Bit/44,1kHz aufbereitet. Ich höre viele Audiophile laut lachen, wenn Leute CD-Qualität als „High-Res“ bezeichnen. Ich bin aber der Meinung, verlustfreies und qualitativ gutes Audio beginnt mit der CD, egal, ob es nun als „High-Res“ bezeichnet werden kann oder nicht. Das bedeutet, dass niemand absichtlich oben oder unten etwas abgeschnitten hat, damit das in ein kleines Auto passt. Das ist das volle Original.

Verlustbehaftet oder „lossy“ bedeutet, dass du bewusst die Audioqualität zugunsten des Transports reduzierst. Verlustfrei oder „lossless“ heißt, dass du die Audioqualität zum Wohle der Musik erhalten möchtest.

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- … und High-Fidelity? 

HiFi-Klang kann eine Menge sein. Das Wichtigste dabei ist, dass man sich um ein musikalisches Erlebnis bemüht, nicht nur um ein technisches. Such dir gute Musik, aufgenommen von erfahrenen Ingenieuren und performed von großartigen Künstlern. Spiel sie auf dem besten Zeug, das du dir leisten kannst und in einem Format, das nichts kaputtmacht. Für die einen bedeutet das, dass sie ihre weißen Ohrstöpsel durch etwas Ordentliches ersetzen, für andere ist nur der Himmel die Grenze.

Hören Sie sich an, was TIDAL unter „verlustfrei“ versteht