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Juni 06, 2016

Wir stellen Ihnen Andreas vor: einen der Dynaudio-Experten für Lautsprecher-Chassis

Leidenschaft für etwas ist manchmal nur schwer nachzuvollziehen; die Antwort darauf, „woher meine Begeisterung dafür stammt“, ist bestenfalls ausweichend. Doch für viele ist es etwas, das schon von Kindesbeinen an in uns schlummert.
In Andreas brennt schon seit seiner Kindheit die Leidenschaft für die Welt der Akustik. Er spielte Gitarre und baute Lautsprecher für die Stereoanlage seines Vaters – von dieser Fertigkeit macht er bei der Entwicklung von Lautsprecher-Chassis bis heute Gebrauch.
Andreas ist einer unserer F+E-Ingenieure (eigentlich ist er Experte für Lautsprecher-Chassis) und tätig in der Entwicklung von Lautsprecher-Chassis für alle Modelle von der neuen Contour-Reihe bis hin zu VW-Fahrzeugen. Noch wichtiger aber – er wird als unser Experte für die nächste Folge von „Ask The Expert“ zu Gast sein: eine Folge, in der sich, wie Sie sicher schon erraten haben, alles um Lautsprecher-Chassis dreht.
Wir haben uns mit Andreas unterhalten, um mehr über seinen Werdegang und seine jetzige Arbeit bei Dynaudio zu erfahren. 

Ask the Expert with Andreas E. Sørensen who talks about loudspeaker drivers

Die Leidenschaft zum Beruf machen

>> Was ist Dein hauptsächlicher Verantwortungsbereich hier bei Dynaudio? 

Ich arbeite mit einem der Hauptbauteile von Lautsprechern; dem beweglichen Teil des Lautsprechers, der auf diese Weise den Klang wiedergibt: dem Lautsprecher-Chassis. Ich arbeite in der Forschung und Entwicklung von Chassis, simuliere Magnetsysteme und Schwingspulen, arbeite an der Geometrie von Membranen, und optimiere Sicken und Spinnen.

>> Wie sahen die Anfänge Deiner Laufbahn aus? 

Musik hat mich schon immer fasziniert, und in meiner Jugend habe ich Gitarre gespielt, aber ich war leider kein besonders talentierter Musiker. Allerdings war ich gut darin, die alten Radios meines Vaters zu zerlegen. Ich habe immer die Chassis aus Lautsprechern herausgenommen und gelegentlich durch meine Eigenen ersetzt, einfach, weil ich Spaß daran hatte. 

Ich wollte unbedingt auf die eine oder andere Weise mit Musik arbeiten. Es war immer eine meiner großen Leidenschaften. 

Fast schon unvermeidlicherweise nahm ich dann ein Studium der Ingenieurswissenschaften auf, wo wir extrem viel über Lautsprecher beigebracht bekamen, was mir absolut entgegenkam. Dadurch wurde auch meine Begeisterung für Lautsprecher-Chassis und alles, was damit zusammenhängt, neu entfacht.

>> War also das Studium Deine Eintrittskarte für die Lautsprecherindustrie? 

In gewisser Weise schon. Wir mussten ein sechsmonatiges Praktikum absolvieren, und ich landete bei einem dänischen Lautsprecherhersteller. Nach dem Ende des Praktikums boten sie mir eine unbefristete Stelle an.

>> Wie verlief dann Deine Arbeitsplatzwechsel zu Dynaudio? 

Für Dynaudio zu arbeiten, war immer eine Art Traum für mich, und ich hatte bereits einige der Do-it-yourself-Bausätze, die Dynaudio in der Vergangenheit produziert hatte, mit Interesse verfolgt. Dynaudio war diese legendäre dänische Lautsprecherfirma, die einige außergewöhnliche Lautsprecher herstellte.

Ich wollte immer für Dynaudio arbeiten, aber früher gab es dort nicht ganz so viele freie Stellen wie heute. Doch auf einmal bot sich die Gelegenheit. Ich meine, das war für mich der Job, und ich dachte nur: „Da will ich hin!“ Ich bewarb mich um die Stelle und wurde für zwei Vorstellungsgespräche eingeladen. Zwei Monate später, im Februar 2012, trat ich meine Arbeit bei Dynaudio an.

>> Wurden Deine Erwartungen erfüllt? 

Absolut. Wie ich bereits sagte, war es immer eine meiner Leidenschaften, und ich bin intensiv an vielen richtig spannenden Projekten beteiligt. Keines davon gleicht dem anderen. Jedes Mal, wenn wir ein neues Projekt angehen, beginnen wir bei Null: Wir haben dann nur das, was wir aus früheren Projekten gelernt haben, und unsere Erfahrung.

Hinzu kommt, dass Dynaudio zur Zeit eine unglaublich interessante Phase durchläuft, was bedeutet, dass unsere Möglichkeiten immer größer und besser werden. Besonders wenn wir im Dezember unsere neue Messraum eröffnen.

Entwicklung neuer Lautsprecher

>> Was war das letzte Projekt, an dem Du bei Dynaudio beteiligt warst? 

Ich bin derzeit in vielen verschiedenen Projekten beschäftigt, aber ein sehr spannendes war der neue Contour-Lautsprecher, bei dessen kürzlicher Fertigstellung ich mitgeholfen habe. Wie bei jedem Projekt war der erste Schritt, komplett reinen Tisch zu machen. In der Konzeptionsphase sind wir von Alpha bis Omega alles durchgegangen.

Zu Beginn unserer Entwicklungsphase verwendeten wir COMSOL, um die Geometrien von Membran, Sicke und Spinne in Kombination mit der Spulengröße zu simulieren. Nach unseren Messungen nutzten wir unsere Erfahrung, und erzielten schließlich ein hervorragendes Ergebnis: die Contour-Reihe, die wir auf der High End München präsentierten.

>> Aber ist es nicht eine Herausforderung, wirklich immer ganz von vorne anzufangen? 

Das kann schon sein, aber weißt Du, für einen Ingenieur ist so ein Prozess immer spannend.

Wir beziehen dann unser Product Board mit ein, was uns hilft, bei der Entwicklung neuer Lautsprecher auf Kurs zu bleiben. Zu Beginn mussten wir das Ziel und das Vorgehen zu dessen Verwirklichung festlegen. Beim Contour-Projekt wollten wir ein noch besseres Endprodukt erzielen als bei der vorangegangenen Contour-Reihe, und ich glaube, wir haben das mit der neuen Reihe erreicht.

Bei der Entwicklung von Lautsprecher-Chassis von Null an kann man sich leicht in den praktisch unendlichen Möglichkeiten verlieren, die sich einem bieten. Von daher ist da etwas dran. Aber dafür haben wir ja das Product Board, um uns auf Kurs zu halten und zu gewährleisten, dass wir unsere Dynaudio-Traditionen und –Werte bewahren.

>> Also ist Erfahrung bei diesem Prozess von Vorteil? 

Auf jeden Fall. Bei allen unseren Projekten lernen wir etwas Neues, und diese Erfahrung nehmen wir mit auf den Weg. Wir lassen uns von unserer Erfahrung leiten, aber keine Vorschriften machen. Aufgeschlossenheit ist für uns wichtig, da sie uns erlaubt, neue und spannende Möglichkeiten z.B. in den Bereichen Materialien und Technologie zu entdecken. Wenn wir die Scheuklappen abnehmen, können wir neue Möglichkeiten auf dem Markt erkennen und sie, wenn es sinnvoll ist, zu unserem Vorteil nutzen.

>> Letzte Frage: Wie bleibst Du bezüglich neuer Technologien und Materialien auf dem Laufenden? 

Ich achte immer darauf, den Markt im Auge zu behalten, wie z.B. Lautsprecherbauteil-Messen in Asien, Europa und Amerika. Die Audio Engineering Society ist ebenfalls hilfreich, um in Sachen Technologie auf dem neuesten Stand zu bleiben. Ich bin bemüht, so viel wie möglich nach Perspektiven Ausschau zu halten und in Erfahrung zu bringen, worauf Kunden bei Lautsprechern Wert legen.

Möchten Sie eine Frage stellen? Das können Sie natürlich!

Haben Sie eine Frage zu Lautsprecher-Chassis? In diesem Fall besuchen Sie Dynaudio doch einfach auf Facebook, und stellen Sie dort all Ihre Fragen. Wir werden so viele Fragen auswählen, wie wir in einer Folge „Ask The Expert“ unterbringen können und werden das Video mit Andreas’ Antworten am 20. Juni auf unserer Webseite, auf YouTube und auf Facebook veröffentlichen. Denken Sie daher daran, sich mit uns über Facebook in Verbindung zu setzen und unseren YouTube-Kanal zu abonnieren.