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Dezember 03, 2018

Melodisches Metall: Das Antriebssystem der neuen Evoke Tieftöner

Ein Lautsprecher ist im Prinzip etwas ganz Einfaches. In der Praxis gibt es jedoch kaum etwas Komplexeres – vor allem dann, wenn man neue Lautsprecher entwickelt.

Bei den meisten Diskussionen über „Metal“ geht es um sehr ernste Fragen: Black Sabbath oder Judas Priest? David Lee Roth oder Sammy Hagar? Wenn Sie die Dynaudio Labs treten, werden Sie entdecken, dass es neben diesen historischen Schlachtfeldern ein drittes (und möglicherweise noch bedeutenderes) gibt: Die Frage, ob Aluminium oder Kupfer besser für Schwingspulen geeignet ist.

Aber glücklicherweise ist hier letzten Endes jeder derselben Überzeugung: Das beste Material ist … jenes, das sich am besten für eine konkrete Anwendung eignet. Und deshalb werden für die Mittel- und Tieftöner der Evoke Serie auch beide Materialien verwendet.

Wie man einen Lautsprecher baut

Wenn Sie an Ihren Physikunterricht in der Schule zurückdenken, werden Sie sich wahrscheinlich an diese Lektion erinnern: Wenn elektrischer Strom durch eine Drahtspule geleitet wird, die von einem Magnetfeld umgeben ist, dann bewegt sich diese Spule. Wenn Sie diese Spule nun mit der Rückseite einer Membran verbinden und der elektrische Strom in Form eines Musiksignals von einem Audioverstärker kommt … dann haben Sie gerade eine Lautsprecher-Antriebseinheit gebaut.

Traditionell ist Aluminiumdraht bei den Entwicklern von Dynaudio das bevorzugte Material für Schwingspulen. Es ist extrem leicht. Das bedeutet, dass bei einem gegebenen Gesamtgewicht mehr Wicklungen realisiert werden können. Mehr Wicklungen wiederum erlauben eine bessere Kontrolle über die Bewegung der Membran, was eine bessere Kontrolle über den Klang bei großer Lautstärke und hohen Frequenzen ermöglicht.

Während alle Evoke Lautsprecher den gleichen Cerotar-Hochtöner verwenden – eine komplette Neuentwicklung, über die Sie hier mehr erfahren –, werden in den Tieftönern für die Schwingspulen verschiedene Materialien verwendet. Warum? Weil jeder Lautsprecher einzigartig ist und entsprechend seiner Verwendung optimiert werden muss.

Alle Tieftöner der Evoke Lautsprecher verfügen über Membranen aus MSP (Magnesium-Silikat-Polymer) – einem proprietären Material, das Dynaudio in den letzten vier Jahrzehnten entwickelt und immer wieder verfeinert hat. MSP bietet die optimale Kombination aus Leichtigkeit, Steifigkeit und Dämpfung, die für eine unverfälschte Klangwiedergabe erforderlich ist.

Aber hinter den Lautsprechermembranen passieren allerlei aufregende Dinge. Dazu gehören auch Technologien, die direkt aus der High-End-Serie Contour, dem Jubiläumslautsprecher Special Forty und der brandneuen Confidence Serie übernommen wurden.

Welche Materialien werden bei den einzelnen Lautsprechern verwendet?

Beginnen wir mit der Evoke 50 – dem großen Standlautsprecher, der das Flaggschiff der Serie ist. Ihr dedizierter Mitteltöner mit 15 cm orientiert sich technisch stark an der High-End-Serie Contour von Dynaudio. Sie hat eine mit nur 0,4 mm hauchdünne Membran; ihr Magnet besteht nicht aus Ferrit+, sondern Neodym, und bei der 38-mm-Schwingspule kommt Aluminium zum Einsatz. Das bedeutet, dass sie extrem leicht ist und sich entsprechend leichtfüßig bewegt.

Warum Neodym? Es ist alles eine Frage des Flusses – in diesem Fall des Flusses magnetischer Energie. Je besser der magnetische Fluss ist, umso detaillierter werden die Mitten wiedergegeben, da die extrem empfindliche Schwingspule auch verschwindend kleine Signale umsetzen kann und sie wiederum in subtilste Chassisbewegungen verwandelt. Mit anderen Worten: Die Wiedergabe wird detailreicher.

Bei den Tieftönern mit 18 cm Durchmesser hingegen kommen 52-mm-Schwingspulen aus Kupfer und Ferrit+ Strontiumcarbonat-Magnetsysteme zum Einsatz. Der Grund hierfür ist, dass sie eine einzige Aufgabe haben: Basswiedergabe. Kupfer ist schwerer, die bewegte Masse ist also größer. Die Tieftöner der Evoke 50 benötigen eine niedrige Resonanzfrequenz und mehr Masse – und die wird am besten mit der Spule bereitgestellt. Zumal sich damit als zusätzlicher Vorteil die Empfindlichkeit verbessert.

Bei der Evoke 30 ist mit ihren beiden 14 cm durchmessenden Tieftönern werden etwas andere Schwerpunkte gesetzt. Hier werden 52-mm-Schwingspulen aus Aluminium verwendet. Der Grund dafür ist, dass der untere Tieftöner zwar parallel zum oberen arbeitet, aber zur Verbesserung der Basswiedergabe eine niedrigere Grenzfrequenz hat. Die Kombination eines kupfergewickelten Tieftonlautsprechers mit einem aluminiumgewickelten Mitteltöner im selben Gehäuse hätte nicht die bestmöglichen Ergebnisse erzielt. Daher haben wir konsequent auf Kupfer gesetzt.

Bei der Evoke 10 kommen aus denselben Gründen eine 28-mm-Aluminiumschwingspule an einer 14 cm durchmessenden Membran und ein Ferrit+ Magnet zum Einsatz. Das Centerkanal-Modell Evoke 25C schließlich ist mit zwei 14-cm durchmessenden Lautsprechern ausgestattet, die 38-mm-Aluminiumschwingspulen haben. Sie sehen also, dass die Komponenten dieser Lautsprecher optimal auf ihren jeweiligen Verwendungszweck abgestimmt sind. Der Weg zu diesem Ziel war weit. Und natürlich gab es auf diesem Weg Kontroversen.

Die große Entscheidung

Dynaudio verwendet hier erstmals Kupfer – und nachdem wir in unseren Hi-Fi-Lautsprechern seit jeher ausschließlich Aluminium verwendet haben, war dies ein großer Schritt. Das war keine spontane oder aus Marketinggründen getroffene Entscheidung. Motiviert haben uns wissenschaftliche Arbeit … und unsere Ohren. Um uns ein besseres Bild von Aluminium- und Kupferdrahtschwingspulen zu machen, haben wir viele Monate mit Recherchen und Messungen verbracht (weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Artikel über die Jupiter-Messanlage) – und natürlich mit intensiven Hörtests in den verschiedensten Konfigurationen.

Wir haben bereits bei der neuen Confidence Serie (die Sie möglicherweise bei der High End Messe im Frühjahr 2018 in München gesehen und gehört haben) mit Kupfer experimentiert. Wir haben dabei unter anderem gelernt, dass wir mit einer Kupferspule in Verbindung mit dünneren Membranen bessere Ergebnisse erzielten als mit einer Aluminiumspule an einer dickeren Membran. Bei beiden Kombinationen war die bewegte Masse identisch; auf dem Papier standen dieselben Zahlen. Aber unsere Ohren hatten das letzte Wort.

Letzten Endes geht es um Ausgewogenheit. Darum, ein Chassis für einen speziellen Verwendungszweck zu optimieren, um die bestmögliche Leistung zu erzielen. Und daher können wir, wenn man uns fragt, ob wir Aluminium- oder Kupferschwingspulen bevorzugen, eine einfache, ehrliche Antwort geben: „Ja“.

(Oh. Natürlich lauten die richtigen Antworten auf die anderen entscheidenden Fragen „Sabbath“ und „Roth“.)