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Dezember 03, 2018

Wie die exklusivste Technologie aus dem Haus Dynaudio ihren Weg in den neuen Hochtöner der Evoke Lautsprecher fand

Der neue Cerotar nutzt Schlüsseltechnologien und neue Herstellungsverfahren, die für die Confidence Serie und die Special Forty entwickelt wurden

Wenn Sie unseren Aktivitäten beispielsweise im Dynaudio Magazin verfolgen, dann wissen Sie’s schon: Im Jahr 2018 litten unsere Entwickler nicht gerade an Langeweile. Das Aufregendste für Lautsprecherbegeisterte ist jedoch eine Technologie, über die wir bislang nicht sprechen konnten.

Dafür bitten wir nun heute um ein herzliches Willkommen für die neue Evoke Serie. Evoke ist völlig neue Produktserie. Sie umfasst fünf neue Hi-Fi-Lautsprecher, die wirklich allen Musikliebhabern ein wahrhaft audiophiles Erlebnis erlauben – erfahrenen Enthusiasten ebenso wie absoluten Hi-Fi-Neulingen.

Sie finden hier all das, was von Dynaudio ganz einfach erwartet wird, in Bestform: klares, auf das Notwendige reduziertes Design von brillanten Gestaltern; Komponenten und Funktionen, die zunächst in weit teureren Produkten debütierten – und Audioqualität auf einem Niveau, das Sie in dieser Preisklasse kaum erwarten dürften.

Aber was macht Evoke zu etwas so Besonderem? Eine Rolle spielen hier sicher die besonders umfangreichen Tests, die in der von Dynaudio entwickelten und gebauten Messanlage Jupiter durchgeführt wurden. Eine Innovation sind auch die aus der Luftfahrt stammenden Verfahren zum Luftstrom-Management, die in den neuen Hochtönern der Evoke Lautsprecher ihre Wirkung entfalten. Wir wollten es noch genauer wissen – und befinden uns in der glücklichen Situation, der Sache einfach auf den Grund zu gehen, indem wir im Nachbargebäude vorbeischauen. Dort befinden sich die streng geheimen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Dynaudio Labs, wo unsere neuesten Kreationen Gestalt annehmen.

Dürfen wir vorstellen? Der neue Cerotar Hochtöner

Die Evoke-Serie verfügt über zahlreiche Funktionen, die von anderen Dynaudio Produkten aus dem High-End-Segment übernommen wurden. Nehmen wir zum Beispiel den Cerotar Hochtöner. Sein Design beruht auf dem überragenden Esotar Forty Hochtöner des preisgekrönten Jubiläumslautsprechers Special Forty sowie dem neuen Esotar3 (der eines der Highlights der komplett neu entwickelten Confidence Lautsprecher ist). Aber selbstverständlich haben die Entwickler von Dynaudio es sich nicht so leicht gemacht, einfach bewährte Komponenten in ein neues Gehäuse zu stecken.

Im Gegensatz zum Esotar Forty besteht der AirFlow-Magnet hier zum Beispiel nicht aus Neodym. Stattdessen handelt es sich um eine Neuentwicklung aus Strontiumcarbonat-Ferrit / Keramik. Sie bietet die perfekte Balance zwischen Leistung und Finesse für diese besondere Lautsprecherserie. Ein Ferritkeramikmagnet und der Name „Cerotar“. Ganz einfach.

Er ist – wie alle anderen Hochtöner von Dynaudio – mit einer 28 mm durchmessenden Precision-Coating-Gewebekalotte ausgestattet. Aufgrund seiner besonderen Beschichtung (die genau an den richtigen Stellen in der richtigen Dichte aufgetragen wird) vermag dieser Hochtöner sogar Frequenzen oberhalb von 20.000 Hz verzerrungsfrei wiederzugeben – ohne unerwünschte Resonanzen zu erzeugen und ohne Schwankungen oder Kompressionseffekte beim Einschwingvorgang. Diese Technologie hat sich bei Dynaudio von Anfang an bewährt und wurde seitdem weiterentwickelt und verbessert.

Das ist eine denkbar solide Ausgangsbasis. Als Durchbruch erwies sich die Idee, beim Cerotar fortschrittliche Technologien zur Steuerung des Luftstroms zu verwenden, die für den Esotar Forty entwickelt wurden. Hinter der Membrane befindet sich im Magneten eine neue Druckleitung; eine speziell geformte Lüftungsöffnung, mit der wir genau steuern können, wie die Luft von der Rückseite der Membran in die Rückkammer strömt. Gleichzeitig erlaubt sie es, diese Rückkammer größer zu machen. Die Rückkammer selbst ermöglicht es uns in Verbindung mit der Druckleitung, den Gegendruck an der Rückseite der Hochtonmembran zu vermindern.

… Und die Hexis

Wir haben da noch eine weitere, ganz spezielle Zutat: die Hexis. Vor der Evoke gab es diese geniale Komponente nur im neuen Esotar3 Hochtöner. Und den wiederum gab es nur in der Dynaudio Confidence – einem Lautsprecher für Enthusiasten, bei denen Geld keine Rolle spielt.

Dies ist eine innere Kuppel, welche den Filzring ersetzt, , der sich sonst der Wiedergabefläche des Hochtöners befindet. Sie wurde zur weiteren Optimierung des Luftstroms entwickelt. Zweck der Hexis ist es, den Frequenzgang des Hochtöners noch mehr zu glätten und Resonanzen besser zu kontrollieren.

Wenn man genau hinschaut, kann man sie direkt unter der Gewebekalotte sehen. Um ihre Funktion optimal erfüllen zu können, ist sie in einem spezifischen Muster eingekerbt. Und sie macht ihre Arbeit unglaublich gut.

Alex Newman war als Akustikdesigner an der Entwicklung der Evoke Serie beteiligt. Wir passten ihn direkt am Ausgang des Impulsmessraums ab, um ihn zur Funktionsweise der Hexis zu befragen.

„Wir haben viel Zeit mit der Entwicklung des Hochtöners verbracht“, sagt Alex. „Als wir mit der Feinabstimmung und den Tests anfingen, störte mich etwas. Erst nach intensiver Arbeit fand sich die Ursache des Problems. „Hinter der Hexis befand sich kein Absorptionsmaterial. Und wenn dort nichts ist, treten Resonanzen auf.“

Ein Stück Schaumstoff – und die Hexis. Das machte den Unterschied zwischen „Nein, das ist es noch nicht ganz“ und „Nehmt endlich mein Geld!“. Es ist diese Liebe zum Detail im Messraum – und die Bereitschaft, hunderte Stunden mit intensivem, analytischem Hören zu verbringen – die derartige Fortschritte überhaupt erst möglich macht.

Dieser „Heureka!“-Moment – und viele andere – war das Ergebnis zahlloser Tests mit den verschiedensten Entwicklungs-Prototypen. Wie viele Versionen wurden gebaut? „Ich kann mich nicht erinnern“, sagt Alex lachend. „Und ehrlich gesagt will ich es auch nicht!“

Konsequente Chassis-Integration

Die konsequente Beschäftigung mit Materialwissenschaften, Strömungsdynamik und Magnetflussoptimierung führt dazu, dass die Cerotar eine sehr niedrige Resonanzfrequenz aufweist. Sie liegt bei etwa 700 Hz. Dies ist der niedrigste Wert, den wir bisher für diese Art von Magnetsystem erreichen konnten. Eine tiefere Resonanzfrequenz bedeutet, dass das Wiedergabeverhalten des Hochtöners in jenem Bereich des Frequenzspektrums, wo er die Stafette an den Tieftöner (oder im Fall der Evoke 50 an den Mitteltöner) übergeben muss, viel besser gesteuert werden kann.

Der Übergang zwischen den Domänen der beiden Lautsprecher ist viel weicher, da der Hochtöner tiefere Frequenzen wiedergeben kann. Und weil der Tieftöner beziehungsweise Mitteltöner ihm bei der Wiedergabe höherer Frequenzen im wahrsten Sinne entgegenkommt bietet, ist der Übergang praktisch nicht wahrnehmbar. Solch ein nahtloser Übergang ist das Resultat modernster Materialien, die mit viel Know-how zu einem Ganzen verbunden werden. Und das ist ein weit eleganterer Weg als ein Feuerwerk technischer Tricks in der Frequenzweiche.

Und dabei reden wir hier wirklich nur vom Hochtöner. Es gibt ja in der Evoke Serie auch noch zwei Tieftöner-Varianten, einen Mitteltöner, die Frequenzweiche, das Design und das Konstruktionsprinzip. Kein Wunder, dass unseren Entwicklern die Arbeit nicht ausgeht.