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Zwischensummen

Dezember 03, 2018

Wie Sie sich ein Heimkino einrichten

Natürlich kann man seine Lautsprecher einfach an die nächste Wand stellen und auf das Beste hoffen. Aber sollte man das tun? Hier erfahren Sie, wie’s geht: Platzierung und Einwinkeln von Lautsprechern, Feinabstimmung und Verkabelung.

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben viel Zeit in die Recherche und den Kauf Ihres Heimkinosystems investiert – möglicherweise ist es Ihr erstes. Nun liegt also das Fundament zukünftiger Kinoabende vor Ihnen; allerdings noch verpackt: brandneue Dynaudio-Lautsprecher, mehrere hochwertige AV-Komponenten und natürlich Kabelspulen. Das ist ein tolles Gefühl, oder?

Es zuckt in den Fingerspitzen: Wie gerne würden Sie jetzt die ebenfalls neuen Blu-rays aus ihren Cellophanverpackungen befreien. Aber noch ist es nicht soweit. Denn noch trennt Sie ein nicht ganz unwichtiger Schritt vom Heimkino-Himmel.

Es wird kein Weg daran vorbeiführen, all diese schönen Komponenten auch aufzustellen und einzurichten. Und bitte glauben Sie uns, wenn wir sagen: Dies wäre der falsche Zeitpunkt für Kompromisse. Die Einrichtung eines wirklich gut klingenden Heimkinos ist auch heute keine „Plug’n’play“-Übung. Es geht nicht ohne (sprechen Sie uns bitte nach) sorgfältiges Positionieren, Verbinden und kalibrieren. Und natürlich soll das Endergebnis auch optisch etwas hermachen. Das mag nach entmutigend viel Arbeit klingen – aber das Ergebnis wird Sie für den Aufwand entschädigen.

In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wie Sie Ihr Heimkinosystem optimal einrichten. Diese Tipps nützen sowohl Einsteigern als auch Käufern hochwertiger High-End-Endstufen. Und sie gelten für unsere Einstiegslautsprecher der Emit Serie ebenso wie für die neue Evoke oder die spektakuläre Confidence.

Klicken Sie hier, um mehr über die brandneue Evoke Serie zu erfahren.

Haben Sie Ihr Maßband zur Hand? Dann kann’s ja losgehen.

Alles hat seinen Platz

Dass man Lautsprecher eigentlich niemals in Zimmerecken stellen sollte, wissen Sie wahrscheinlich schon. Aber das ist nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern nur der Einstieg. Ob Sie sich nun für eine 5.1- oder 7.1-Konfiguration entschieden haben (möglicherweise auch mit mehr als einem Subwoofer), und ob Sie Standlautsprecher, Kompaktlautsprecher oder eine Kombination aus beidem verwenden: Es gelten die gleichen Regeln.

Die drei vorderen Lautsprecher (links, Center, rechts) sollten idealerweise mindestens einen Meter voneinander entfernt sein. Was aber noch wichtiger ist: Sie alle sollten sich im selben Abstand zu Ihrer Hörposition befinden. Von oben betrachtet sollten sich diese Lautsprecher alle auf einer Linie befinden. Linker und rechter Frontlautsprecher sollten außerdem in einem Winkel von 45 bis 60 Grad auf Ihre Hörposition ausgerichtet sein. Wenn Sie Wert auf genaue Ergebnisse legen, empfehlen wir Ihnen, mit einem Winkelmesser und einem Laser-Pen zu arbeiten.

Eine Faustregel: Die Hochtöner der vorderen Lautsprecher sollten sich auf Ohrhöhe befinden. Dass der Center-Lautsprecher zwar in die Mitte gehört, aber nicht vor Ihren schönen Fernseher gestellt werden sollte, müssen wir Ihnen nicht sagen. Aber er sollte sich möglichst unmittelbar unter oder über dem Fernseher befinden. Schließlich wollen Sie bei Dialogen, dass diese von dort kommen, wo die Schauspieler zu sehen sind – und nicht zu Ihren Füßen oder an der Zimmerdecke landen. Wenn Sie bedenken, wie wichtig Dialoge in Spielfilmen und Serien sind, ist klar, dass der Center-Lautsprecher eigentlich die wichtigste Komponente Ihres Surroundsystems ist. Daher sollten Sie sich für seine Platzierung entsprechend Zeit nehmen. Geben Sie diesem Lautsprecher, soweit möglich, etwas Raum zum Atmen – Sie können ihn zum Beispiel auf einen unserer Lautsprecherständer platzieren. Das wird besser klingen, als wenn Sie ihn in ein Möbel quetschen.

Möglicherweise verspüren Sie nun den unbezähmbaren Zwang, die Surround-Lautsprecher direkt hinter sich zu stellen, aber bitte glauben Sie uns: So schafft man kein überzeugendes Klangfeld mit einem schönen großen „Sweet Spot“. Der Platz unmittelbar hinter der Couch gehört dem sechsten und siebten Surround-Kanal (falls Ihr System dies vorsieht).

Die beste Position für die hinteren Hauptlautsprecher hingegen ist dort, wo ein neugieriger Mensch stehen würde, der Ihre Zeitung mitlesen will: ein Stück hinter Ihnen, etwas seitlich und etwas über Ohrhöhe. Auf diese Weise klingen Surround-Effekte intensiver und bilden ein überzeugendes Ganzes mit dem Klang aus den vorderen drei Lautsprechern.

Ganz unten: der Subwoofer

Menschen können bei tiefen Frequenzen grundsätzlich schlechter feststellen, aus welcher Richtung diese kommen. Bei Frequenzen unter 80 Hz ist es nahezu unmöglich, deren Quelle zu lokalisieren. Daher können Sie Ihre(n) Subwoofer in der Regel ganz nach Wunsch aufstellen – beispielsweise gleich neben dem Center-Kanal.

Wenn Sie es aber wirklich perfekt machen wollen, gehen Sie die Sache anders an. Stellen Sie den Subwoofer zunächst dort auf, wo Sie normalerweise sitzen würden (ganz Recht: auf dem Sofa). Lassen Sie dann einen Song mit einem kraftvollen Bass wiedergeben, den Sie gut kennen. Warum Musik? Weil Sie wahrscheinlich besser wissen, wie eine Bassgitarre in einem vertrauten Song klingen sollte als eine Spezialeffekt aus einem Hollywood-Film. Als nächstes (für diesen Teil der Übung sollten Sie gegebenenfalls die Wohnzimmergardinen zuziehen …) möchten wir Sie bitten, um Raum umherzukrabbeln und die Stelle zu suchen, an der die Bassnoten Ihrer Test-Aufnahme besonders ausgewogen und definiert klingen. Und genau dort ist der perfekte Aufstellungsort für Ihren Subwoofer (hoffen wir nur, dass dort nicht der Hund seinen Schlafplatz hat).

Klicken Sie hier, um mehr über Dynaudio Subwoofer zu erfahren.

Es gibt mehrere Versuchungen, denen man einfach nicht nachgeben sollte. Dazu gehört das Drücken großer roter Knöpfe mit unbekannter Funktion – und auch das Aufdrehen des Subwoofer-Pegels bis zum Anschlag. Tatsächlich sollte man einen korrekt eingerichteten Subwoofer kaum wahrnehmen. Seine Aufgabe ist es, sich nahtlos ins Klangbild einzufügen. Es sollte seinen Beitrag leisten, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Bei Dialogen beispielsweise hat er zu schweigen – selbst dann, wenn sich gerade Vin Diesel und Darth Vader unterhalten. Grundsätzlich gilt auch hier: Trauen Sie Ihren Ohren.

In diesem Zusammenhang sei auch darauf verwiesen, dass man nicht zwei Subwoofer kauft, weil man „mehr“ Bass bräuchte. Sondern damit der Bassbereich besser klingt. Wenn Schall von zwei Quellen ausgeht, nimmt die oben erwähnte Lokalisierbarkeit weiter ab. Das Ergebnis ist ein insgesamt ausgewogeneres Schallfeld. Es gilt: Je unklarer es ist, von wo der Bass kommt, umso besser. Auch Überlegungen zur Größe können eine Rolle spielen: Zwei kleine Subwoofer lassen sich in der Regel leichter in einem Raum unterbringen als ein größeres Modell.

Der Raum spielt mit

In einer (akustisch) idealen Welt sollte Ihre Lautsprecher sich auf den Seiten eines perfekten Rechtecks befinden. Aber das sagt sich so leicht. Tatsächlich gibt es in Ihrem Wohnzimmer vielleicht mehr Ecken und Winkel als in einem IKEA-Showroom.

Fühlen Sie sich angesprochen? Macht nichts. Das ist kein Grund für einen Umzug. Auch den Vorschlaghammer können Sie wieder weglegen. Keine Panik. Es gilt auch hier: Vermeiden Sie die Aufstellung Ihrer Lautsprecher in Zimmerecken. Wenn das partout nicht zu vermeiden ist, sollten Sie auf Lautsprecher mit rückseitigen Bassreflexkanälen verzichten. In diesem Fall ist Ihr Ziel, ein gleichschenkliges Dreieck zu bilden, dessen Eckpunkte die vorderen Lautsprecher und der „Sweet Spot“ auf Ihrem Sofa sind. Stellen (beziehungsweise setzen) Sie sich selbst in den Mittelpunkt. Die vorderen Lautsprecher sollten sich in einem rechteckigen Raum, wenn möglich, eher an den Schmalseiten befinden. Wenn sich dieses 40-zu-60-Grad-Verhältnis nicht erzielen lässt, drehen Sie den linken und rechten Lautsprecher zu sich hin.

Kampf dem Kabelsalat

Sechs (oder mehr) Lautsprecherkabel, ein paar HDMI-Strecken, dazu Ethernet und vielleicht noch optische und/oder USB-Kabel … Die Verkabelung eines leistungsfähigen Surroundsystems kann sehr schnell unübersichtlich werden. Daher sind für Kabel-allergische Anwender drahtlose Aktivlautsprecher wie unsere Serien Xeo und Focus XD eine gute Wahl.

Klicken Sie hier, um mehr über unsere aktiven, drahtlosen Lautsprecher zu erfahren.

Unglücklicherweise gehören Kabel aber bei Heimkinosystemen nach wie vor in die Kategorie „unschön, aber kaum zu vermeiden“. Aber es gibt durchaus Möglichkeiten, den Kabelsalat in den Griff zu kommen. Wir möchten hier unter anderem Media-Center, Kabelbinder und Kabelschläuche nennen. Und wer sich auf Dauer einrichtet, kann Kabel auch im Boden oder in den Wänden verschwinden lassen.

Beachten Sie jedoch, dass in den Wänden auch Stromleitungen liegen, und dass diese Leitungen höhere Ströme als Lautsprecherkabel führen. Wo beides also parallel geführt wird, kann es zu Interferenzen kommen – und damit zu unerwünschten Störgeräuschen bei Musikgenuss oder Fernsehen. Sollte sich eine Begegnung zwischen Stromleitungen und Lautsprecherkabeln beim besten Willen nicht vermeiden lassen, so sollte diese rechtwinklig erfolgen.

Feinabstimmung

Sie haben die Verkabelung erfolgreich hinter sich gebracht. Jetzt ist es Zeit, das System zu kalibrieren. Die meisten modernen Heimkinoverstärker sind mit einer integrierten, automatisch arbeitenden Kalibrierungssoftware ausgestattet, die die Einstellung Ihres Systems optimiert. Hierfür „kartografiert“ diese Software den Raum sowie Größe und Standorte Ihrer Lautsprecher mit Hilfe seltsam klingender elektronischer Geräusche. Dazu müssen Sie lediglich das mitgelieferte Mikrofon anschließen, es in Kopfhöhe an Ihrer Hörposition platzieren und den Anweisungen im Display folgen.

So schlau diese Software auch sein mag: Sie weiß es nicht unbedingt besser als Sie, der Hörer. Prüfen Sie also die Ergebnisse der Einrichtung mit kritischen Ohren, und nehmen Sie gegebenenfalls Anpassungen vor. Dazu gibt es auch Schallmessungs-Apps für Smartphones. Denken Sie an alles, was wir über die Aufstellung der Lautsprecher in gleichen Abständen zum „Sweet Spot“ auf der Couch gesagt haben. Im Idealfall gibt es hier keine Dezibel-Ausreißer.

Und? Sind Sie nun glücklich? Dann bleibt ja eigentlich nur noch eines zu tun: die Nachbarn wecken.